„Erzählen Sie uns Ihre Geschichte!“ Diesem Aufruf folgten am vergangenen Samstag mehr als 50 ehemalige SchülerInnen und LehrerInnen. Anlass dafür war der Auftakt in das 150jährige Schuljubiläum, das im Jahr 2018  mit verschiedenen Aktionen feierlich begangen wird. Die Gäste wurden von dem Schulleiter Felix Heiringhoff und dem Team der Altstadtschule empfangen. Der Chor der vierten Klassen begrüßte mit alten und neuen Liedern. „Unsere Schule  verkörpert als älteste Schule der Stadt Gütersloh ein Stück Stadtgeschichte, verbindet Generationen und lebt heute die Internationalität mit Kindern aus 31 Nationen“, so die Beschreibung des Schulleiters in seiner Ansprache.

150 Jahre sind eine lange Zeit – unzählige Anekdoten und Begebenheiten, Begegnungen, „Freud und Leid“ haben sich hier zugetragen. Einige Erinnerungen wurden sogar von Herrn Güth in Gedichtform verarbeitet und allen vorgetragen. Fleißig interviewten Schüler die erschienenen Gäste, um möglichst viel über den Schulalltag vergangener Zeiten in Erfahrung zu bringen. Auch die beiden ältesten Gäste mit über 90 Jahren standen den „Reportern“ Rede und Antwort.

Sie staunten darüber, wie  Schule beispielsweise zu Zeiten des 2. Weltkriegs aussah: Schulstunden wurden unterbrochen durch Fliegeralarm und Flucht in den Luftschutzkeller, wenn überhaupt Unterricht stattfand. „Heimatkundeunterricht“ fand nicht in der Schule, sondern draußen auf dem Feld statt und bedeutete, Kartoffelkäfer aufzusammeln und bei der Ernte zu helfen. Um im Klassenzimmer nicht zu frieren, mussten im Winter Holz und Kohle  mitgebracht werden. Anders als heute mussten bis zu 70 Kinder gleichzeitig in einer Klasse Platz finden. In „Stoßzeiten“, in denen mehr als 800 Kinder die damals noch evangelische Volks- bzw. Bürgerschule besuchten, wurde in Schichten unterrichtet. Auch der leider häufig eingesetzte Rohrstock war vielen in Erinnerung geblieben. In besonders schlechten Zeiten gab es eine Schulspeisung, damit nicht mit leerem Magen gelernt werden musste. Deutlich wurde aber beim Erzählen vor allem eines: Auch in schwierigen politischen und entbehrungsreichen Zeiten überwog das Positive beim Zurückblicken auf die eigene Schulzeit und fröhliche Anekdoten wurden in lebendiger Atmosphäre ausgetauscht. Bei Kaffee und Kuchen in liebevoll gestalteten Räumen der Altstadtschule hatten die Gäste beim gemeinsamen Erinnern und Plaudern viel zu Lachen. Erinnerungen werden von den Kindern im Rahmen einer Museums AG aufgearbeitet und Anfang März 2018 im Stadtmuseum ausgestellt.

 

Zwischen Rübenkraut und Luftschutzkeller – Ehemaligencafe in der Altstadtschule